Markthistorie Samstagsmarkt in der Weststadt

Im Jahr 2008 stand Lena Gebauer-Hötzel, heute der 2. Vorstand des neuen Vereins in der Weststadt, die Initiative Heidelberg für Kunst, Kultur und Genuss e.V. (IHKKG) auf dem Willi und stellte fest, dass der Weststadt etwas fehlte. In Erinnerung an ihre Jugendzeit in der Weststadt war hier ein großer Wochenmarkt. Das musste geändert werden!

 

Ende 2011 gründeten wir schließlich die IHKKG und begannen Gespräche mit dem Stadtteilverein und der Zukunftswerkstatt, mit der Stadt Heidelberg, befragten die Weststädter/innen, recherchierten, reflektierten, wie wohl ein ganz besonderer Markt aussehen könnte. So wurde die Idee geboren den klassischen grünen Markt mit Kunst und Kultur aber auch mit Verzehr zu kombinieren.  Endlich, im goldenen Oktober 2012 bekamen wir unsere erste Genehmigung von der Stadt Heidelberg für 4 Wochen einen Samstagsmarkt zu veranstalten. Ganz zur Freude der Weststädter/innen, die sich schnell an das neue Gefühl eines Samstagsmarktes gewöhnten.

 

Von dieser positiven Erfahrung beflügelt, starteten wir dann endlich im März 2014 mit einem permanenten Samstagsmarkt auf dem Wilhelmsplatz.

Damals präsentierte die Heidelberger Feinschmeckerei ihre kulinarischen Köstlichkeiten, es gab Bio-Eiscreme, Gemüse vom Hegehof oder von Pazar, Wiesenblumen von Regine Lehmann, Käse von Kirsch oder Casa Fromage, Fleisch und Wurst von Landmetzger Meng, Kaffee von Beans of Joy, malaysische Spezialitäten von Serai, Gewürze von Ceglarek und Brot oder Brötchen von Backerei Tschackert. Auch unser Imker von Casa Mellifera, Schokolade von Chocolaterie Tafelhaus oder scharfe Spezialitäten von Chiles waren von Anfang an dabei. Balsamico, Lobo Ackermann und Short Tailed Snails gaben Konzerte, es gab bereits Kunsthandwerkstage und diverse Kinderaktionen mit Lisa Vogel. Doch es regnete und regnete und regnete im Frühling 2013. Und da es im Juni immer noch regnete, gaben mehr und mehr Marktbeschicker auf, so dass am 1. Juni von meistens 15 Marktständen gerade noch 6 auf dem Willi standen.  Trotzdem wollten wir nicht aufgeben, viele Markthändler und aktive Unterstützer auch nicht. Samstag ohne Samstagsmarkt war schon damals nicht mehr denkbar.

 

Der Winter sollte kommen, vielleicht ein harter Winter, aber er kam nicht richtig. Es blieb relativ mild. Der IHKKG stellte ein Adventszelt auf, organisierte Vorlesungen und machte Kindertheater und hielten letztendlich mit den verbliebenen Markthändlern den Markt am Leben. Mit dem Frühling kamen die vegane Community, mehr Besucher, neue Stände und noch mehr Leben auf den Willi. Jetzt haben wir im Schnitt fast 20 Stände und wollen bis September den klassischen grünen Markt mit noch einigen wichtigen Marktständen ergänzen. Dann ist die Wagenburg auf dem Willi rund herum aufgebaut.

Der sich entwickelnde Trendmarkt wurde im wahrsten Sinne fast weggeschwemmt, neu aufgebaut, wurde bio, lokal, kulturell, gemütlich, kindertauglich, entschleunigt, vegan, vielfältig, wurde ein Kulturmarkt mit Alleinstellungsmerkmal in Heidelberg.

 

Weststädter/innen entdecken noch heute ihren Samstagsmarkt immer wieder neu, aber auch die Mundpropaganda zieht ihre Kreise bis in angrenzende Stadtteile und den Rhein-Neckar-Raum. Wir, der IHKKG, werden den Kulturmarkt auf dem Wilhelmsplatz weiterentwickeln und weiter ausbauen. Sowohl der Wocheneinkauf als auch der Treffpunkt Willi stehen im Vordergrund.

Wie wir wissen sind Jugenderinnerungen immer prägend und der Tag wird kommen dass Lena Gebauer-Hötzel samstags auf dem Willi steht und mit dem Resultat rundum zufrieden sein wird (und mit ihr sehr viele Besucher und Freunde des Samstagsmarktes auf dem Wilhelmsplatz).